Thomas Wellner

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letzte Aktualisierung: 20.04.2007

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Thomas Wellner, Jahrgang 1954, arbeitet seit 1974 als freischaffender Künstler. Nach dem Besuch der Kunstakademie Städel in Frankfurt, den er nach zwei Semestern wegen unterschiedlicher künstlerischer Entwicklung abbrach, eröffnete er sein Atelier “Space Art” in Darmstadt, das ihm als Hauptsitz seines Schaffens dient.
Seine Leidenschaft zu experimentieren, sei es mit unterschiedlichen Materialien, Farben oder Techniken, ließen eine große Vielfalt im Werk des Künstlers entstehen. Auch die häufigen Arbeitsaufenthalte an den unterschiedlichsten Orten im In- und Ausland brachten ihm neue Inspirationen und Möglichkeiten. Das Aufnehmen der Energien der Örtlichkeiten, das sich Auseinandersetzen mit diesen und das direkte Umsetzen vor Ort wurden zum Konzept. Seine Arbeiten waren bisher in zahlreichen Ausstellungen im In- und Ausland zu sehen. Er erhielt Kulturpreis und Stipendium und seine Werke befinden sich u.a. im Besitz von Städten, Gemeinden und Kirchen. Seine Arbeiten wurden in Zeitschriften, Büchern und Katalogen publiziert.

Hell sind die Bilder - in sanft zerfließendem Grau, Blau oder Grün. Mehr eine Ahnung von Farbe als ein wirklicher Farbton. Schachbrettfliesen führen in die Tiefe. Alles technischgeometrische Linien, die im Lichteinfall verschwinden oder wieder auftauchen, je nach Standpunkt des Betrachters. Sie führen hinein in einen Mittelpunkt, eine sich verdunkelnde Stelle oder eine Burg, ein Gemäuer. - Eine geheimnisvoll emporragende Behausung, in sich verschlossen und auf sich zurückgezogen, die weit in den sich öffnenden Himmel reicht, der die Kreisform der Gestirne zeigt. - Ewigkeitssymbole; Wolken ziehen über diesen Himmel, der sich zum Kosmos weitet, wie ferne Galaxien - Endlos.
Oder
Formen in kalt leuchtenden, unirdischen Farben, die hervortreten und zurückfallen, die heraufschwimmen und wegtauchen, die sich drehen und wandeln, die sich zum Mittelpunkt sammeln zu energiegeladenen Zentren, die eruptiv hervorbrechen und leise ziehend über den Bildgrund gleiten, der glatt und strukturlos, entmaterialisiert erscheint. Licht bricht hervor, verstärkt die Wertigkeit der Farben, die der schwarzen Fläche mit dem Gefunkel des Sternennebel eine kosmische Tiefe geben.
Monastische Gestalten aus Eisen geschmiedet und eisernes Gestrüpp säumen das Portal des Bildes und verschmelzen mit dem jeweiligen Ausdruck oder Energiefeld des Bildes, der oder das durch Farbe und Form ausgedrückt wird, und ergeben so eine Energiebewegung. In dem dialektisch ablaufenden Prozeß muß ein Dialog aller Teile entstehen, in dem sich alle Teile - sich gegenseitig kontrastierend und steigernd - optimal ausleben können.

Thomas Wellner ist aufgebrochen in eine andere Wirklichkeit, eine andere Welt. Und schon mit dem Namen seiner Kunstrichtung "Space Art" signalisiert er diesen Aufbruch, der in einer persönlichen Erfahrung liegt. Thomas Wellner will in seinen Bildern und Plastiken nichts allgemeingültiges festlegen, dem Betrachter keine wie auch immer bestimmten Normen entgegenhalten, sondern die Freiheit zu einem praktisch verspielten Zugang ermöglichen, der in eine durchaus ernste Gedanken- und Gefühlswelt führen kann.
Jackson Pollock formulierte in einem Gedicht "Energy made visible" = Energie sichtbar gemacht. Wir wissen heute, was viele Künstler in ihren Bildern fanden, erfanden, aber nicht sprachlich formulieren konnten: "Raum ist Energie".
Und darum geht es schon immer in den Bildern von Thomas Wellner, weil er ein Raumbildner ist - um die Energetik des Bildgefüges. Die vom Bild ausgehende und im Betrachter wachgerufene vitale Energie ist das zentrale Ereignis, der Inhalt seiner Bilder.
So führen die rational-technischen Linien auf den hellen Bildern in ein Anderswo, eine kosmische Tiefe, in der als Symbol einer transzendentalen Kraft ein Gemäuer oder Burg steht. Assoziationen werden wach - an die Gralsburg, aber auch an das profane Science-Fiction-Genre. Das ist eben die Freiheit, die Thomas Wellner dem Betrachter einräumt.

Das reale Licht - hier zeigt sich das handwerkliche Können Wellners - gestaltet mit. Denn im einfallenden Lichtstrahl verändern sich die Linien. Ein Prozeß, der menschliches Tun abhängig zeigt vom Licht als Ausdruck einer ewigen Energie.
Oder nehmen wir das intensive Formenspiel auf schwarzen Bildgrund, das bildnerische Vorstellung einer Kraftzentrale ist, einer schöpferischen Energie, die sich als Licht äußert. Die teilweise verwendeten luminiszierenden Farben entfalten ihre metaphorische Kraft erst im Schwarzlicht, wenn quasi Holografien entstehen, Dreidimensionalität. Oder legt man das griechische Ursprungswort "Holo" zugrunde - Ganzheit.
Thomas Wellner ist in seinen Bildern ein Utopist; seine Bilder haben immer ein Fernziel.

Bei den Eisenplastiken nimmt die monastische, die Mönchs- oder Kuttengestalt, neben seinen archaischen Figuren, einen immer größeren Raum ein, die auch als Bildelement in seinen neueren Arbeiten mit viel Feingefühl für Form und Raum, eingearbeitet sind.
Von großer Einfachheit und Klarheit ist die Linie, ohne verwirrende Binnenstruktur drückt sich über die Körperhaltung, den Fall des Gewandes, gesichtslos und entindividualisiert, die innere Haltung aus Andacht und Demut, Erwartung und Frage, Bereitschaft und Selbstaufgabe - die große Einsamkeit dessen, der alle Bezüge abgebrochen hat, um die Erfahrung des Einen in sich aufzunehmen - nennen sie es Gott, Tao oder Zen. Diese Mönche teilen nichts mit, was nicht mittelbar ist. Sie haben sich einem anderen Gesetz unterworfen. In ihrem Schweigen hört die Geschwätzigkeit auf, der missionarische Eifer. Sie sind nur da - in großer Stille.
 


Werksbeispiele - weiter unter “Vorschau”


erstellt für die Wanderausstellung “Der Drache des Osten und Westen” 2004:

“Der kleine Drachen” / Holzskulptur / ca. 160 cm


 

Kontakt über Email: kunst@bjantony.de


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